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Aktualisiert am: Donnerstag, 21 März 2019

Reverse Engineering für SDGs

Dr. Kakoli Ghosh, Strategisches Programm für nachhaltiges Landwirtschaftsmanagementteam, FAO Frau Loreta Zdanovaite, Partner für Partnerschaften, Partnerschaftsabteilung, FAO

ROM, Feb 20 2019 (IPS) - Wenn junge Menschen aus Kleinstädten und Dörfern eine höhere Ausbildung anstreben, müssen sie in der Regel in Großstädte ziehen und ihre lokalen Gemeinschaften hinter sich lassen.

Nach ihrem Universitätsabschluss bevorzugen sie in der Regel den Aufenthalt in Städten, auf der Suche nach einem guten Job und einer erfolgreichen Karriere. Obwohl dies eine Standardpraxis ist, handelt es sich auch um verlorene Möglichkeiten, insbesondere für Studenten, die eine höhere Ausbildung in der Landwirtschaft anstreben. Hier ist warum.

Die Landwirtschaft deckt eine Reihe von Themen ab, von Agrarwissenschaften und Milchwissenschaften bis hin zur Pflanzen- und Tiergesundheit - und für viele Kleinbauern und Produzenten besteht ein enormer Bedarf an neuen Erkenntnissen und Innovationen, um die landwirtschaftlichen Praktiken zu verbessern, um Einkommen und Lebensunterhalt zu verbessern. In der Regel fehlt jedoch eine solche Unterstützung rechtzeitig. Gleichzeitig müssen alle Masterstudenten, die Agrarwissenschaften studieren, im Rahmen ihrer Kurse forschen und ihre Dissertationen zu aktuellen Themen vorbereiten. Könnte es möglich sein, Studenten dazu zu bewegen, einige Zeit in ihre Gemeinden zurückzukehren, um lokale Probleme der Landwirtschaft mit neuen Augen zu betrachten und ihr neues Wissen zu teilen? Kann ein solches Reverse Engineering die Problemlösung auf lokaler Ebene beschleunigen und Innovationen anregen? Was würde junge Menschen und ihre lokale Gemeinschaft dazu anregen, solche Wissensverbindungen zu schaffen?

Mit dem Partner RUFORUM wurde eine kleine Initiative durchgeführt1 um dies auszuprobieren, um die Verbindungen zwischen akademischem Wissen und seinen Bodenanwendungen zu stärken. Ziel war es, die Unterstützung der Jugend für SDG2 zu fördern. Beenden Sie den Hunger, erreichen Sie Ernährungssicherheit und verbessern Sie die Ernährung und fördern Sie eine nachhaltige Landwirtschaft. Graduierten von afrikanischen Agraruniversitäten wurde ein sechsmonatiges Community-Based Field Attachment angeboten2 Um ihr Wissen und ihre Forschungserfahrung mit ländlichen Gemeinden zu teilen und Feedback von Gemeinden zu ihren spezifischen Forschungsgebieten zu erhalten. Die Erwartung war, dass eine solche Interaktion Studierenden die Möglichkeit geben würde, a) die akademische Arbeit mit den Erfahrungen der ländlichen Gemeinschaft zu verknüpfen, b) die praktischen Fertigkeiten zu erweitern, um Forschungsergebnisse in entwicklungsbezogenen Feldprojekten anzuwenden, und c) örtliche Behörden und Landwirte zur Verfügung zu stellen Gruppen und Organisationen mit Fachwissen, die innovative Lösungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum generieren können.

Die Antwort der Studenten war hoch, jedoch wurden aufgrund der verfügbaren Ressourcen jeweils fünf von männlichen und weiblichen Studenten der RUFORUM-Mitgliedsuniversitäten aus Benin, Uganda, Kenia und Lesotho für die Umsetzung ihrer Feldprojekte ausgewählt (Tabelle 1). Während ihres Aufenthalts bei den ländlichen Gemeinden haben diese Schüler mit Bauern vor Ort, mit Dorfeinrichtungen und mit Ältesten der Gemeinde zusammengearbeitet, um ihr Wissen zu diskutieren und auszutauschen und gemeinsam an lokalen Lösungen zu arbeiten. Unter Anleitung ihrer Professoren als Mentoren wandten sie sich an eine Reihe lokaler Interessengruppen, darunter Landwirte, landwirtschaftliche Händler, Bauernverbände, kommunale Gesundheitseinrichtungen, Veterinär- und Beratungsdienste und Leiter der ländlichen Gemeinschaften, um ihre Forschung zu verbreiten und auch von ihnen zu lernen. Sie organisierten interaktive Workshops und Schulungen, führten Open-Air-Präsentationen durch und moderierten Radiosendungen, um die Reichweite zu erhöhen und Erfahrungen auszutauschen. (Box 1). Alle Teilnehmer erstatteten dem RUFORUM-Sekretariat regelmäßig Berichte über ihre Fortschritte, die die erforderliche Überwachung des Projekts zur Verfügung stellten.

Diese begrenzte Übung hat uns einige interessante Einblicke verschafft. Es ist klar, dass ein echtes Interesse der Jugendlichen besteht, einen Beitrag zu ihren lokalen Gemeinschaften zu leisten. Die verschiedenen Themen ihrer Projekte, unter anderem zur Ernährung von Kindern, zur pflanzlichen Erzeugung und zur Tiergesundheit, befassten sich mit einem entsprechenden Bedarf in dieser Gemeinschaft. Die Interaktionen ermöglichten es ihnen, ihr theoretisches Wissen mit der Praxis vor Ort zu verknüpfen. Sowohl die lokalen Gemeinschaften als auch die akademischen Einrichtungen zeigten sich bereit, mehr solcher Partnerschaften zum Wissensaustausch zu unternehmen, als dies eine Win-Win-Situation war. In der Zukunft könnten solche Erfahrungen den Hochschulen möglicherweise dabei helfen, kurzfristige Kurse zu konzipieren, die sich mit lokalen Problemen befassen und Innovationen fördern. Wenn solche Initiativen in großem Umfang von lokalen Institutionen gefördert würden, könnten sie auch die Rückkehr gebildeter Jugendlicher in die Landwirtschaft in Afrika und darüber hinaus fördern. Dies würde sicherlich die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung beschleunigen.

Tabelle 1. Studentenprojekte für Community-basierte Field Attachments in Afrika


1 Das regionale Hochschulforum für Kapazitätsaufbau in der Landwirtschaft (RUFORUM) ist ein Netzwerk von 105-Universitäten in 37-Ländern in Afrika, www.ruforum.org.
2 Besondere Ausschreibung: Zehn RUFORUM Community-Based Field Attachment Program Awards



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